Einsatzgebiet

Home » Einsatzgebiet

Eines der Nachbardörfer Wetzlars war Niedergirmes. Dieses Dorf wurde bereits vor 1.200 Jahren im Lorscher Codex genannt und zählt somit zu den ältesten Dörfern des heimischen Raumes. Das solmsische Bauerndorf hatte bereits im 13. Jahrhundert den Wetzlarer Siechenhof aufgenommen. Hier wurden an Lepra erkrankte Personen gebracht. Niedergirmes pflegte schon immer enge Beziehungen zur benachbarten Reichsstadt. 1862 wurde der Wetzlarer Bahnhof auf Niedergirmeser Gemarkung errichtet, die bis vor die Tore der Altstadt und der Langgasse reichte. In Bahnhofsnähe siedelte sich vor allem die Schwerindustrie mit Hochöfen und Eisenverarbeitung an. Allmählich wuchsen Wetzlar und das Bahnhofsviertel durch die Bebauung der Bahnhofsstraße zusammen, und im Jahre 1903 wurde das Dorf Niedergirmes mit Bahnhof und Industrie in die Stadt eingemeindet.

Heute findet man in Niedergirmes Wohnbebauungen jeder Art und es ist der größte Stadtbezirk Wetzlars mit insgesamt ca. 5900 Einwohnern (Stand: 08/2005). Das ehemalige Arbeiterquartier ist der Bezirk mit der höchsten Migrantendichte in Wetzlar. Ende 2004 wurde auch Niedergirmes in das Bund-Länder-Programm Soziale Stadt aufgenommen. Mit diesem Projekt, das auch im Stadtbezirk Silhöfer Aue / Westend läuft, sollen die Wohn- und Lebensverhältnisse in Niedergirmes verbessert werden.

Die Feuerwache 2 betreut auch heute noch die „alte“ Gemarkung Niedergirmes und hat einen großen Verantwortungsbereich übernommen. Nicht nur große Einkaufszentren (z.B. „Forum Wetzlar“ und „Coloraen“) und die „Rittal-Arena“ stehen in diesem Bereich, sondern auch der Bahnhof, 3 Schulen, ein Nahversorgungszentrum und die Einkaufspassagen rund um die Bahnhofstraße, sowie das Industriegebiet der ehemaligen Buderus Werke mit einem Zementwerk, Guss-Betrieb sowie ein Stahl verarbeitendes Unternehmen. Bei Letzteren muss die Feuerwache 2 und auch andere Feuerwehren der Stadt Wetzlar nur im äußersten Notfall ausrücken, denn hier wird eine der noch wenigen Werkfeuerwehren in Schuss gehalten. Dennoch ist das Gefahrenpotential insgesamt nicht zu unterschätzen, weshalb auch die Aus- und Weiterbildung einen hohen Stellenwert hat. Zudem werden regelmäßig wichtige Objekte im Einsatzgebiet in Zusammenarbeit mit den Betreibern von den Einsatzkräften in Augenschein genommen um bei möglichen Notfällen eine schnellere Orientierung zu haben und damit noch effektiver vorgehen zu können.

Bei Notwendigkeit fährt die Feuerwache 2, auch zusammen mit anderen Wetzlarer Feuerwehren, in fremde Ausrückebereiche. Unser „Gerätewagen-Licht“, eines der Spezialfahrzeuge im Besitz der Feuerwehr Wetzlar, rückt bei Dunkelheit in das gesamte Stadtgebiet aus.