Feuerwehr zieht Bilanz

Niedergirmeser können Nachwuchs nicht zügig Ausbilden

Gute Nachwuchsarbeit lohnt sich: Im vergangenen Jahr wurden gleich vier Interessierte in die Einsatzabteilung aufgenommen. Ob auch alle in diesem Jahr ausgebildet werden können bleibt aber fraglich.

Darüber berichtete Wehrführer Alexander Lotz während der Jahreshauptversammlung in der Niedergirmeser Feuerwache. Es sei ungewöhnlich, dass in einem Jahr gleich vier Quereinsteiger Interesse an der Arbeit der Feuerwehr zeigen. Umso mehr freue er sich, nun auch ein Mitglied der Jugendfeuerwehr im Vorbereitungsjahr zu begrüßen. Das Vorbereitungsjahr soll einen fließenden Übergang von der Jugendfeuerwehr in den aktiven Einsatzdienst ermöglichen. Um Interessierte zu motivieren und in der Feuerwehr zu halten, sei es jedoch notwendig sie zügig auszubilden. Da der Lahn-Dill- Kreis vorschreibe, dass Atemschutzlehrgänge erst nach einem Funklehrgang absolviert werden dürfen, zögere sich die Ausbildung der Neulinge aber unnötig heraus. Die Ausbildungsvorschriften des Landes empfehlen diese Reihenfolge lediglich. Selbst an der Landesfeuerwehrschule sei es möglich erst einen Atemschutzlehrgang zu absolvieren und danach den Funklehrgang zu besuchen. Lotz bedauere, dass so die wichtige Nachwuchsarbeit gebremst und Einsatzkräfte demotiviert würden.

Zu 100 Einsätzen mussten die Niedergirmeser Feuerwehrleute im vergangenen Jahr ausrücken. Davon 37 Brandeinsätze, 32 Hilfeleistungseinsätze und 29 Fehlalarme. Insgesamt neun Menschen konnten gerettet werden. Bei 12 Veranstaltungen im Stadtgebiet waren Einsatzkräfte der Wehr für Brandsicherheitsdienste vor Ort. 57 Lehrgänge und Weiterbildungen wurden besucht um sich für den Einsatz fortzubilden. Wehrführer Alexander Lotz rechnete aus, dass im letzten Jahr insgesamt 3.365 Stunden ehrenamtliche Arbeit von den Brandschützern geleistet wurde.

Die Wetzlarer Feuerwehren nehmen derzeit an einem Zukunftsseminar der FeuerwehrAgentur aus Gießen teil. Um die Feuerwehr fit für die Zukunft zu machen werde es einige Veränderungen geben, die noch nicht im Detail benannt werden können. Lotz forderte aber dazu auf die Veränderungsprozesse positiv und konstruktiv zu begleiten und sich aktiv einzubringen. Die Wehrführung bedankte sich herzlich bei den Angehörigen und Arbeitgebern der Einsatzkräfte. Diese zeigen Verständnis, wenn man wegen einem Einsatz die Familienfeier oder den Arbeitsplatz verlassen müsse.

Harald Rautzenberg, stv. Leiter der Feuerwehr Wetzlar, überbrachte die Grüße von Oberbürgermeister und Brandschutzdezernent Manfred Wagner. Rautzenberg berichtete von kommenden Neuigkeiten. So führte die Stadt erstmals einen Trageversuch für neue Brandschutzkleidung durch. Die neue Ausrüstung soll nun beschafft werden. Auch neue Alarmempfänger für das digitale Funknetz sollen demnächst ausgeliefert werden. Hier war es zuvor zu Verzögerungen gekommen. Er freue sich über die kommende Zusammenarbeit mit den Städten Gießen und Marburg. Gemeinsam mit den Nachbarn soll ein Lehrgang für technische Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen auf die Beine gestellt werden.

Ernesto Castrejon gab einen Überblick über die diesjähigen Veranstaltungen. Neben dem traditionellen Sonnenwendfeuer im Juni, findet im Mai eine Mehrtagesfahrt nach Prag statt.

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Die Wehrführung der Niedergirmeser Feuerwehr mit den Beförderten. V.li. Ernesto Castrejón, Stephan Horvath, Marcel Dürrmann, Silvia Vida, Lars-Erik Frewert, Yusuf Colak, Stefan Schmidt, Harald Rautzenberg, Alexander Lotz

Beförderungen:

Yusuf Colak: Oberlöschmeister

Marcel Dürrmann: Hauptfeuerwehrmann

Silvia Vida: Hauptfeuerwehrfrau

Stefan Schmidt: Oberfeuerwehrmann

Lars-Erik Frewert: Oberfeuerwehrmann